Ausstieg auf dem Rad

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Nach dem Schwimmen und 15 Radkilometern war für mich heute das Rennen zu Ende. Ich bin ganz ehrlich: das war heute einfach nicht Der Andi auf der Strecke, ich war nicht ich.

In den letzten Wochen war ich mehrfach krank und musste immer wieder im Training zurückstecken. Allerdings wollte ich das vor dem großen Rennen weder als Ausrede gelten lassen noch selbst wahrhaben, dass es nicht läuft. Im Rennen selbst war mein Körper zwar in gar nicht allzu schlechter Verfassung – aber ich war nicht wirklich bei der Sache. Dann machst du plötzlich Fehler, fängst an zu überlegen und zu zweifeln. Das ist alles „normal“ in einem Ironman. Bei mir war es heute nicht normal. Auf dem Rad habe ich Zeit noch vorn gut gemacht – und dann gemerkt, dass es heut nicht in mir steckt, dieses Abenteuer Ironman zu schaffen. Weder physisch, noch mental. Ich konnte und wollte nicht mehr.

Deshalb bin ich nach 15 Kilometern zuerst mental aus dem Rennen aus und fuhr dann dort an den Streckenrand, wo mein Coach Lubos Bilek stand. Es ging einfach nicht heute. Ich danke allen für das Anfeuern und den Zuspruch. Es tut mir leid, dass ich heute nichts dafür zurückgeben konnte. Ich hoffe sehr, dass trotzdem Spenden für die Familie Stentel eingehen. Sobald ich das alles verdaut und analysiert habe und weiß wie es weiter geht, lasse ich es wissen.

2 Gedanken zu „Ausstieg auf dem Rad

  1. Hallo Andi Böcherer,
    solche Tage und Phasen gibts einfach. Ich würde mir darüber gar nicht so viele Gedanken machen und einfach so gut es eben geht weiter leben und trainieren; vielleicht einen schönen Urlaub mit der Familie erstmal machen. Und dann versuchen nächstes Jahr noch einmal „anzugreifen“; bzgl. Europameistertitel und Quali für Hawaii. Das Gute ist doch, dass man aus Niederlagen am meisten lernt;-); sprich Deine Chancen waren nie so groß, das du nächstes Jahr Europameister wirst.;-) Ich drück Dir auf jeden Fall die Daumen und verdient hast du es auf jeden Fall!!
    Würde mich riesig freuen, wenn du nächstes Jahr wieder am Start stehst.
    VG, Michael

  2. Hallo Andi, kann Dich gut verstehen.
    Zwar bin ich kein Profi wie Du weder in nähe eines Profis, allerdings bin ich auch ein Mensch wie Du und kann Dich gut verstehen das es an manch Tagen einfach mental und vom Kopf her nicht geht…was die Hintergründe sind ist jedem sein eigenes Problem. Mir ging es auf Lanzarote vor drei Jahren so…körperlich gut aber mit dem Kopf einfach zu weit weg von allem! In diesen Momenten zweifelt man an allem und fragt sich viele Dinge. Keine Ahnung ob ich mit meiner Mail in irgend einer Weise helfen bzw. irgendetwas bewirken kann…wünsche dir dennoch alles gute und ich werde Dich weiter verfolgen und mit fiebern wenn du am Start stehst! Eine kleine Sache noch, dieses Jahr bin ich in Roth gestartet mit meinem großen Ziel SUP10…fühlte mich fit und gut…allerdings ging es mir beim schwimmen schon gar nicht gut und ich habe mich im Neo eingeengt und panisch gefühlt. Nach dem schwimmen und dem Rad ging es auf die Laufstrecke, alles verlief nach Plan und SUP10 war in greifbarer Nähe (klingt für dich vermutlich lächerlich mein Ziel) aber wieder wie schon in meinen letzten Rennen bekam ich bei Kilometer 30 dieses Jahr Krämpfe und musste gehen…warum ich das aber jetzt erzähle ist…mein Sohn (10) hat mich die letzten 10 Kilometer begleitet aus Angst um mich und meiner Krämpfe…und das war schöner wie SUP10 und ich bin dankbar diese Erfahrung gemacht zu haben…auch wenn es wieder eien10:3+ war…aus jeder Situation kann man auch etwas Positives ziehen und auch vielleicht davon profitieren…alles Gute! Grüße Vjeko

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