Erster Ironman-Sieg in dieser Saison

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Mit einer souveränen Leistung in allen drei Disziplinen habe ich mir in der italienischen Emilia Romagna meinen ersten Ironman-Sieg geholt. Nach 8:01:50 Stunden gewann ich souverän vor Michael Rünz und Julian Mutterer. Ich befreite mich mit diesem Erfolg selbst aus einem Tief rund um die Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt, bei der ich nach wenigen Kilometern aussteigen und danach wegen eines Übertrainingssyndroms wochenlang kürzer treten musste. Zuletzt fühlte ich mich nach einem Trainingslager in den Schweizer Bergen aber wieder fit und voller Tatendrang. Ich habe richtig Lust, in allen drei Disziplinen zu zeigen, was ich drauf habe.

 

In Italien blieb ich beim Schwimmen in der Spitzengruppe, der nur der ehemalige Olympia-Schwimmer Lukas Wojt entwischen konnte. Auf dem Rad kontrollierte ich das Tempo, bis ich nach 135 Kilometern attackierte, Wojt und den Italiener Giulio Molinari stehen ließ und die zweite Wechselzone mit fast drei Minuten Vorsprung als Führender erreichte. Von dem Moment an schaute ich mich nicht mehr um und vergrößerte meinen Vorspung immer weiter. Ich wollte nach dem ersten Halbmarathon schon alles klar haben und bin deshalb in 1:21 Stunden relativ schnell angelaufen. Danach habe ich das Rennen kontrolliert zu Ende gebracht, ohne einzubrechen oder mit schwach zu fühlen. Mit dem Erfolg habe ich mich bereits für den Ironman Hawaii 2019 qualifiziert, und das Reisegeld bereits verdient. Ich kann nun also schon mal die Flüge buchen.

 

Wie groß die Last war, die mir mit diesem Sieg von den Schultern fiel, lässt sich an meinen Worten im Ziel erahnen. Ich habe mich aus dem Tal selbst auf den höchsten Berg gerettet. Ich bin so, so glücklich und sehr stolz! Meine Familie und mein Team haben mir enorm viel Kraft und Unterstützung gegeben, als es mir nicht gut ging. Und nun musste und wollte ich etwas zurück geben. Es war schon komisch, bereits zweimal die Acht-Stunden-Marke unterboten zu haben und noch keinen Ironman-Sieg verbuchen zu können. Aber ich habe mich immer nur den Allerbesten gestellt. Und diesen kleinen Makel in den Palmares habe ich ja nun auch ausgemerzt. Ich bin überglücklich und möchte meiner Familie, meinen Team und meinen Sponsoren aus tiefstem Herzen danken! Ohne euch wäre ich jetzt kein Ironman-Champion.

Böcherer will den Sieg

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Beim Ironman Italy am kommenden Wochenende geht es für mich um Einiges: Nach einem nahezu perfekten Frühjahr und einem schwierigen Sommer mit dem Ausstieg bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt will ich mich nicht nur wieder zeigen. Ich peile in Italien nicht weniger als den Sieg und damit die vorzeitige Qualifikation für den Ironman Hawaii 2019 an. Ich hatte nach einem super Einstieg ins die Saison im Juli mit einem Übertrainingssyndrom zu kämpfen und es hat eine ganze Zeit gedauert, um wieder richtig in Form zu kommen. Leider bewegen wir uns als Profis ja immer nah am Limit und da gehört das Scheitern dazu. Auch Jan Frodeno, der zu den Besten unserer Sportart zählt, kann jetzt leider zwei Jahre in Folge auf Hawaii kein gutes Ergebnis vorweisen. Wenn so etwas passiert, kann man nur daraus lernen und das Beste aus der Situation machen.

 

Während eines Familien- und Trainingsurlaubs an der französischen Atlantik-Küste kam ich im Sommer langsam wieder in Schwung und konnte bei einer schweren Mitteldistanz in Geradmer mit einem zweiten Platz meine steigende Form bereits zeigen. In den letzten Wochen war ich dann in der Schweiz bei meinem Trainer Lubos Bilek. Die Schweizer Berge haben mich so richtig beflügelt. Ich konnte das gleiche Trainingsprogramm durchziehen wie vor den beiden Ironman-Europameisterschaften 2016 und 2017 und fühle mich sehr stark. Ich habe richtig Bock auf das Rennen und kann es nicht abwarten, in allen drei Disziplinen zu zeigen, was ich drauf habe!

 

In Italien geht es dabei vor allem um ein gutes Rennen. Mein Ziel ist dabei aber klar. Man weiß zwar nie, was passiert, aber ich möchte gewinnen! Dafür habe ich trainiert und dafür fühle ich mich bereit.

 

Ein Sieg würde auch die vorzeitige Qualifikation für den Ironman Hawaii bedeuten und damit Spielraum für eine freie Saisonplanung 2019 bieten. Bei meinem letzten Auftritt auf Hawaii wurde ich im Jahr 2016 Fünfter.

Form steigt – Aufwärtstrend fortgesetzt

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Bis zur letzten Laufrunde hatte ich bei der harten Mitteldistanz des Triathlon de Geradmer in den französischen Vogesen alle Chancen auf den Sieg. Nach gutem Schwimmen hatte ich auf dem Rad über 90 Kilometer mit mehr als 1.700 Höhenmetern fast allein für das Tempo an der Spitze gesorgt und die meisten meiner Konkurrenzen nach und nach abgeschüttelt. Nur der Franzose Tom Lecomte biss sich hartnäckig an meinem Hinterrad fest.

 

Zwar konnte ich mich auf den letzten Kilometern einen kleinen Vorsprung von 40 Sekunden erkämpfen, doch ich habe leider den zweiten Wechsel vermasselt, da kam Tom wieder ran und wir sind zusammen auf die Laufstrecke. Hier versuchte ich mehrmals vergeblich, den Lokalmatadoren abzuschütteln. Und dann hat er mich auf den letzten 7 Kilometern mit einer Konterattacke kalt erwischt. Zu dem Zeitpunkt hatte ich ein kleines Energietief und konnte nicht reagieren.

 

Trotzdem bin ich mit meiner Form drei Wochen vor dem Ironman Italia sehr zufrieden. Ich bin gut und kraftvoll geschwommen, das war besser als bei den meisten anderen Rennen in diesem Jahr. Auf dem Rad und beim Laufen bin ich auch gut unterwegs gewesen und habe mich stark gefühlt. Das war ein guter Test, zumal ich nach guten Trainingswochen alles andere als frisch in das Rennen gegangen bin. Natürlich hätte ich lieber gewonnen, aber das geht so schon alles in Ordnung. Ich glaube, den Sieg habe ich selbst in der zweiten Wechselzone verschenkt.

 

Beim Ironman Italien in der Emiglia Romagna geht es für mich dann um den Sieg und die frühzeitige Qualifikation für den Ironman Hawaii 2019.

Test vor dem Ironman Italia

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Beim traditionellen Triathlon de Geradmer in Frankreich werde ich am kommenden Samstag über die Mitteldistanz mit einem klaren Auftrag an mich selbst an den Start gehen. Ich will auf der ehrlichen und harten Strecke testen, wie gut es nach dem Tief rund um die Ironman-EM in Frankfurt um meine Form bestellt ist. Wo könnte ich das besser, als bei diesem tollen Rennen?

 

Vor allem die Radstrecke mit 1.700 Hohenmetern hat es in sich. Und ich habe sie in guter Erinnerung, konnte ich doch bei meinem letzten Start im Jahr 2016 gegen den belgischen Hawaii-Sieger Frederik Van Lierde gewinnen und dabei auf dem Rad die entscheidenden Akzente setzen. Auch am Samstag möchte ich mich nicht mit taktischen Spielchen aufhalten. Ich werde komplett mein eigenes Rennen machen und weiß gar nicht genau, wer noch am Start ist. Aber das ist auch unwichtig, denn was die anderen machen, kann ich ja sowieso nicht beeinflussen. Ich möchte Vollgas geben und hinterher genau wissen, wo ich vor dem Ironman in Italien stehe.

 

Am 22. September geht es in der Emilia Romagna für mich dann um den Sieg – und die frühzeitige Qualifikation für den Ironman Hawaii, an dem ich in diesem Jahr nicht teilnehmen werde.

Ausstieg auf dem Rad

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Nach dem Schwimmen und 15 Radkilometern war für mich heute das Rennen zu Ende. Ich bin ganz ehrlich: das war heute einfach nicht Der Andi auf der Strecke, ich war nicht ich.

In den letzten Wochen war ich mehrfach krank und musste immer wieder im Training zurückstecken. Allerdings wollte ich das vor dem großen Rennen weder als Ausrede gelten lassen noch selbst wahrhaben, dass es nicht läuft. Im Rennen selbst war mein Körper zwar in gar nicht allzu schlechter Verfassung – aber ich war nicht wirklich bei der Sache. Dann machst du plötzlich Fehler, fängst an zu überlegen und zu zweifeln. Das ist alles „normal“ in einem Ironman. Bei mir war es heute nicht normal. Auf dem Rad habe ich Zeit noch vorn gut gemacht – und dann gemerkt, dass es heut nicht in mir steckt, dieses Abenteuer Ironman zu schaffen. Weder physisch, noch mental. Ich konnte und wollte nicht mehr.

Deshalb bin ich nach 15 Kilometern zuerst mental aus dem Rennen aus und fuhr dann dort an den Streckenrand, wo mein Coach Lubos Bilek stand. Es ging einfach nicht heute. Ich danke allen für das Anfeuern und den Zuspruch. Es tut mir leid, dass ich heute nichts dafür zurückgeben konnte. Ich hoffe sehr, dass trotzdem Spenden für die Familie Stentel eingehen. Sobald ich das alles verdaut und analysiert habe und weiß wie es weiter geht, lasse ich es wissen.

Podium erneut das Ziel

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Spendenaktion für Familie aus Hessen

Am kommenden Wochenende werden in Frankfurt am Main erneut die Ironman-Europameisterschaften ausgetragen – und um diesen Titel kämpft neben den letzten beiden Hawaii-Siegern auch ich. Ich bin stark in die Saison gestartet und konnte eine stabile Form aufbauen, die ich nun am Main nutzen möchte. Ich war in den letzten drei Jahren einmal Dritter und zweimal Zweiter. Die Strecken liegen mir und ich möchte zeigen, dass ich meine Leistung gegenüber den letzten Jahren noch einmal steigern konnte.

Rund um den Start bei der Ironman-EM in Frankfurt möchte ich aber nicht nur sportlich etwas bewegen, sondern auch menschlich etwas Gutes tun. Dafür habe ich mit dem MainLichtblick e.V. aus Frankfurt einen Partner gefunden, der benachteiligten Kindern Wünsche erfüllt, zu deren Umsetzung sie selbst oder ihre Familien nicht in der Lage sind, die ihnen aber in schweren Situationen viel Lebensfreude geben können.

Ich werde zugunsten des Vereins während des Rennens verschiedene Ausrüstungsgegenstände versteigern (beispielsweise meinen Original-Wettkampfanzug, eine Maßanfertigung im Sonderdesign, den es nur ein einziges Mal geben wird; meinen Aero-Helm aus dem Rennen und einige Spenden meiner Partner und Sponsoren). Auch ich selbst trage zur Gesamtsumme bei. „Ich werde zehn Prozent meines Preisgeldes zugunsten dieser Aktion spenden.“

Als Empfänger haben wir eine Familie aus Hessen ausgewählt. Sie haben zwei Kinder, die Zwillinge Clemens und Theo. Die Jungs sind 5 Jahre und leiden beide an einem lebensverkürzenden Gendefekt. Sie können weder sitzen, noch sprechen, noch gehen und sind ausnahmslos immer auf Hilfe angewiesen. Clemens hat letztes Jahr im Mai aufgehört zu essen und zu trinken und wird seitdem per Sonde ernährt. Sein Gesundheitszustand ist sehr fragil, er hatte seit September bereits fünf Lungenentzündungen und wird palliativ betreut. Die Familie lebt in einem kleinen Ort in einer Mietwohnung im 3. Stock. Der Vater ist Alleinverdiener, da die Mutter sich um die Jungs kümmern muss.
Der große Herzenswunsch der Familie ist es, mit den Kindern einmal ans Meer zu fahren und darin zu plantschen. Und damit eine Auszeit aus dem mehr als anstrengenden Alltag erleben zu dürfen. Das wäre ein echter Lichtblick! Das Schicksal der Familie hat mich sehr ergriffen – nicht zuletzt, weil es gleich doppelt zugeschlagen hat. Von Herzen gerne möchte ich dieser Familie gemeinsam mit meinen Partnern den Wunsch erfüllen. Ganz egal wie viel Geld am Ende zusammenkommt – jeder Euro hilft.
Ich würde mich sehr freuen, wenn wir mit dieser Aktion einen Beitrag leisten können zum menschlichen Umgang – und darauf aufmerksam machen können, welches Privileg es ist, sich bei einem Ironman stundenlang freiwillig am körperlichen Maximum zu quälen. Das ist längst nicht allen Menschen vergönnt. Leider.

Hier finden Sie den Wunsch (unter anderen) auf der Mainlichtblick-Homepage

Zweiter bei der Challenge Heilbronn

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Mit einem knappen zweiten Platz über die Mitteldistanz bei der Challenge Heilbronn bin ich super happy. Hinter dem Sieger Sebastian Kienle erkämpfte ich mir dank eines starken Willens den Silberrang und blieb noch vor dem Schweizer Sven Riederer. Dabei hatte Riederer mich während des Halbmarathons bereits überholt und einen Abstand von 50 Sekunden herausgelaufen. Doch dann kam ich zurück. Das war eine maximale Willensleistung. Ich habe alles gegeben und mein Kopf hat den Körper überzeugt, dass mehr geht als er glaubte. Ich hatte zwischendurch beim Laufen eine Schwächephase, habe mich dann aber zusammengerissen und bin am Ende sehr zufrieden mit dem Rennen.

Beim Schwimmen stieg ich mit der Führungsgruppe aus dem Wasser, übernahm auf dem Rad schnell die Initiative und hielt nicht nur den zwei Minuten nach mir auf sein Rad gestiegenen Ausnahmeradler Sebastian Kienle auf Distanz – sondern hängte auch alle anderen ab. Im zweiten Teil der Radstrecke bekam ich dann doch Gesellschaft durch Kienle und eine Gruppe um Sven Riederer. Auf den letzten fünf Kilometern haben Sebi und ich nochmal in die Pedale getreten und konnten die anderen damit unter Druck setzen und distanzieren. Zu zweit ging es also auf die Laufstrecke. Und sofort erhöhte Kienle, der Ironman-Weltmeister von 2014, das Tempo. Mir war das etwas zu schnell, warum ich Kienle nach einem Kilometer laufen ließ. In Sichtweite blieb er dennoch – auch, wenn ich auf den nächsten Kilometern deutlich zu leiden hatte. Diese Phase nutzte Riederer für seinen Überholvorgang.

Doch ich konterte. Ich habe mich selbst davon überzeugt, dass ich mehr drauf habe als mein Körper mir signalisieren will und mich zurück gekämpft. Deshalb bin ich sehr zufrieden mit dem Arbeitstag bei der Challenge Heilbronn! Danke an alle Helfer und die Organisatoren, dieses Rennen ist etwas Besonderes. Und ganz besonders an Sebastian Kienle und Sven Riederer für den harten und ehrlichen Fight! So liebe ich Triathlon!

Letzter Start vor der Ironman-EM

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Am Sonntag schließ ich bei der Challenge Heilbronn über die Mitteldistanz (1,9 km/90 km/21,1 km) meine Wettkampfstarts vor der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt ab. Heilbronn ist für mich aber mehr als ein weiteres Vorbereitungsrennen. Ich liebe den Radkurs mit seinen ruppigen und steilen Rampen. Heilbronn ist nicht nur auf der Mitteldistanz eins meiner absoluten Lieblingsrennen!

Zu diesem guten Gefühl und der Vorfreude trägt sicherlich bei, dass ich das Rennen bei meinem beiden letzten Start 2016 und 2015 gewinnen konnte, jeweils gegen namhafte und starke Konkurrenz. Die Strecke in den letzten Jahren war wie für mich und meine Stärken gemacht. Ich hoffe, dass der neue Kurs genau so hart bleibt.

Denn auf den Rampen rund um Heilbronn konnte ich sogar so einen starken Radfahrer wie Sebastian Kienle auf Distanz halten. Das ist auch am Sonntag mein Ziel. Gegen Sebastian starte ich besonders gern – auch, wenn ich dabei nicht selten auf die Mütze kriege. Aber mit ihm ist es immer ein Kampf Mann gegen Mann, ohne Windschattenspiele, ohne viel Taktiererei – einfach fair und ehrlich vom Start bis ins Ziel. So ist Sebi Ironman-Weltmeister geworden und davor habe ich viel Respekt. Allerdings reicht dieser nicht so weit, dass ich nicht alles daran setzen werde, ihn zu schlagen!

Kampf statt Feuerwerk

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Mit einem 4. Platz beim stark besetzten Ironman 70.3 Kraichgau riss heute für mich eine beeindruckende Serie: Seit der Ironman-70.3-EM 2016 war ich bei jedem gestarteten Ironman-70.3-Rennen auf dem Podium gelandet. Hinter dem souveränen Sieger Jan Frodeno, dem Zweitplatzierten Patrick Lange und dem Australier Nick Kastelein musste ich mich im Kraichgau bei sommerlichen Bedingungen nun erstmals mit einem schlechteren Ergebnis zufrieden geben.

Nach dem Schwimmen führten Frodeno und dessen Trainingspartner Kastelein das Feld mit etwas mehr als einer Minute Vorsprung vor mir und Markus Rolli an. Zwar konnte ich auf den ersten 15 Radkilometern Rolli abhängen und gegenüber dem führenden Duo Zeit gutmachen. Doch schon da merkte ich, dass ich heute nicht den Druck in den Beinen hatte, den ich von mir selbst an einem normalen Tag kenne. Die ganze Woche über habe ich nicht wirklich gut geschlafen, fühlte mich aber trotzdem gut. Im Rennen aber merkst du sofort, ob du eine Rakete bist oder eher ein Blindgänger.

So wurde ich wenig später von einer Gruppe mit Patrick Lange, Marc Duelsen, Markus Rolli, Julian Mutterer und Bas Diederen gestellt, die bis zum zweiten Wechsel fünf Minuten auf Frodeno verlor. Beim Halbmarathon wollte ich auf der ersten Runde schon aussteigen, so schlecht habe ich mich gefühlt. Aber wenn dir die ganzen Agegrouper entgegen kommen, die sich quälen und die tollen Zuschauer dich trotzdem nach vorn peitschen, bist du es mindestens denen schuldig, die Zähne zusammenzubeissen und zu kämpfen! Ich war dann weniger für mich selbst als für alle diese Leute auf und an der Strecke unterwegs.

Und nach fünf Laufkilometern fand ich über den Kampf auch wieder einigermaßen zurück ins Rennen und konnte trotz müder Beine und mäßiger Motivation den Rückstand auf Platz drei auf 90 Sekunden halten. Solche Tage gibt es halt im Sport. Manchmal fliegst du, manchmal kämpfst du um jeden Meter. Für heute kann ich nur Jan Frodeno herzlich gratulieren, das war eine starke Vorstellung. Ich weiß erstmal noch nicht, woran es bei mir lag. Aber das wird analysiert und dann geht es in zwei Wochen bei der Challenge Heilbronn weiter.

Zuversichtlich ins Land der 1000 Hügel

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Bevor ein Großteil der besten deutschen Langdistanz-Triathleten in Frankfurt bei der Ironman-EM aufeinander trifft, geht es an diesem Wochenende beim Ironman 70.3 Kraichgau auf der halben Distanz schon einmal um Viel. Dort treffe ich die letzten beiden Hawaii-Sieger Patrick Lange und Jan Frodeno, wobei mein Saisonaufbau ein heißes Rennen verspricht. Nach einem knappen zweiten Platz bei der Challenge Gran Canaria und Siegen beim legendären Buschhütten Triathlon und zuletzt beim Ironman 70.3 Pays d’Aix in Frankreich, reise ich mit breiter Brust ins Kraichgau. Ich bin mit meiner Formentwicklung sehr zufrieden. Bisher gab es bei jedem Rennen eine klare Steigerung. Trotzdem bin ich bisher nicht bei meiner Topform angekommen – es läuft also genau so, wie wir es geplant haben.

Letzte Woche habe ich gemeinsam mit meinem Freiburger Profikollegen Marc Duelsen die Strecken im Kraichgau schon einmal genau angeschaut. Ich hätte die Radstrecke etwas schwerer erwartet – und auch darauf gehofft. Aber die Bezeichnung ‚Land der 1000 Hügel‘ passt schon gut. Es sind tatsächlich eher Hügel als Berge. Sie sollte mir trotzdem liegen und ich werde ein bisschen Risiko eingehen, um zu sehen, wo ich stehe.

Die oft gestellte Frage nach der Konkurrenz beantworte ich so: Ich schaue ehrlich gesagt nicht allzu sehr auf die anderen. Patrick Lange habe ich in diesem Jahr bereits zweimal geschlagen. Jan Frodeno ist in den letzten Jahren klar der beste Triathlet der Welt gewesen und ist sind noch einige andere gute Athleten gemeldet. Aber Renntag ist Renntag – und auf den freue ich mich!