Kampf statt Feuerwerk

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Mit einem 4. Platz beim stark besetzten Ironman 70.3 Kraichgau riss heute für mich eine beeindruckende Serie: Seit der Ironman-70.3-EM 2016 war ich bei jedem gestarteten Ironman-70.3-Rennen auf dem Podium gelandet. Hinter dem souveränen Sieger Jan Frodeno, dem Zweitplatzierten Patrick Lange und dem Australier Nick Kastelein musste ich mich im Kraichgau bei sommerlichen Bedingungen nun erstmals mit einem schlechteren Ergebnis zufrieden geben.

Nach dem Schwimmen führten Frodeno und dessen Trainingspartner Kastelein das Feld mit etwas mehr als einer Minute Vorsprung vor mir und Markus Rolli an. Zwar konnte ich auf den ersten 15 Radkilometern Rolli abhängen und gegenüber dem führenden Duo Zeit gutmachen. Doch schon da merkte ich, dass ich heute nicht den Druck in den Beinen hatte, den ich von mir selbst an einem normalen Tag kenne. Die ganze Woche über habe ich nicht wirklich gut geschlafen, fühlte mich aber trotzdem gut. Im Rennen aber merkst du sofort, ob du eine Rakete bist oder eher ein Blindgänger.

So wurde ich wenig später von einer Gruppe mit Patrick Lange, Marc Duelsen, Markus Rolli, Julian Mutterer und Bas Diederen gestellt, die bis zum zweiten Wechsel fünf Minuten auf Frodeno verlor. Beim Halbmarathon wollte ich auf der ersten Runde schon aussteigen, so schlecht habe ich mich gefühlt. Aber wenn dir die ganzen Agegrouper entgegen kommen, die sich quälen und die tollen Zuschauer dich trotzdem nach vorn peitschen, bist du es mindestens denen schuldig, die Zähne zusammenzubeissen und zu kämpfen! Ich war dann weniger für mich selbst als für alle diese Leute auf und an der Strecke unterwegs.

Und nach fünf Laufkilometern fand ich über den Kampf auch wieder einigermaßen zurück ins Rennen und konnte trotz müder Beine und mäßiger Motivation den Rückstand auf Platz drei auf 90 Sekunden halten. Solche Tage gibt es halt im Sport. Manchmal fliegst du, manchmal kämpfst du um jeden Meter. Für heute kann ich nur Jan Frodeno herzlich gratulieren, das war eine starke Vorstellung. Ich weiß erstmal noch nicht, woran es bei mir lag. Aber das wird analysiert und dann geht es in zwei Wochen bei der Challenge Heilbronn weiter.

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